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Pro. 15 Jahre später. Orientierungslosigkeit.

Früher war alles anders. Nicht nur ich. Szene? Unbekannt. Niemand nannte es Szene. Undeground? Nein. Es war Raum. Raum zum Sein. Zum Leben. Zum Existieren. Verständnis, Geborgenheit, Unterstützung, Halt, Hilfe. Die Schulter zum Anlehnen, die uns das "echte" Leben verwehrte. Gemeinschaft, die Kraft spendete und Mut machte. Die uns durch die Welt jenseits des Bildschirms geleitete. Ich weiss nicht, was ich ohne gemacht hätte. Wo ich jetzt stünde. Vielleicht wäre ich ein glücklicher, gesunder Mensch, der strukturiert seinen Alltag meistert und mit sich, seiner Umwelt und seinen Beziehungen im Einklang lebt. Der Hochs und Tiefs durchlebt, wie das Leben so spielt. Wahrscheinlich ist das nicht. Und zu dem höchst irrelevant. Denn ich folgte meinen Schreien. Ihren Rufen. Unwissend wohin es mich treiben würde. Unwissend was "es" überhaupt ist, was Sie ist und was es bedeutet, Ihr zu folgen. Ich werde in Zukunft mehr dazu niederschreiben. Wichtig für diesen Moment ist lediglich, dass ich als Jugendliche dort hinein geraten bin und seit dem nichts Anderes kenne. Es kostete mich enorm viel, ich verlor viel und umso mehr gewann ich. Ist es nicht egal, wie viel wir verlieren, wenn das, was wir gewinnen, sei es objektiv noch so klein und wertlos, gefährlich oder krank, genau das ist, was wir brauchen, um zu überleben? Um den Schmerz zu ertragen, den uns das Leben aufbürdet? Die Qualen stumm hinzunehmen, die tägliche Tortur durchzustehen? Selbst wenn die Ängste, Probleme und Schmerzen erst leise und diffus in unseren Köpfen spuken. Ich weiss, dass ich Nichts wusste. Und Nichts wollte. Ich weiss, dass ich meine Freiheit verlor. Das weiss ich jetzt. Und ich empfinde es immernoch als ok. Als einzige Möglichkeit, als einzigen Weg den ich kenne und als den einzigen Weg den ich gehen konnte. Und gehen kann. Ich bin erwachsen. Die Kinder in mir hängen schreiend an seidenen Fäden, zappelnd, wütend, kämpfend, nach Luft ringend. Ohne Ziel. Denn ich habe kein Ziel. Ich habe viele Ziele. Ich habe keine Ziele. Ich bin gefangen. Und ich sehe mich, wie ich zu den Wurzeln zurückkehre. Den Wurzeln, die mich nährten, als es sonst Nichts tat und die mit Heimat boten, als ich verloren ging. Auf dem Weg, den Menschen Leben nennen. Auf dem ich jedoch nur existieren konnte. Und kann. Leben. Das Konzept schaue ich mir vielleicht irgenwann an. Bis dahin flüchte ich mich zurück.Doch alles ist anders. Forum. Blog. Ende. Und heute? Alles wurde durch den Fleischwolf gedreht. Öffentlich gemacht. Gejagt, bloßgestellt verurteilt. Lifestyle. Wenn ich das höre/lese, werde ich traurig, dann wütend. Jedes Mal wenn Begriffe, die nur uns gehören durch die Medien getrieben und beschmutzt werden, zerreisst es mich. Pro Ana, Mia, Thinspo. Die 10 Gebote. Und alles. Da alles öffentlich gemacht wurde. Da alles bewertet wurde. Ist jetzt alles verlogen? Da sich das alles ausgebreitet hat, unzählige Menschen erreicht hat, die es sonst nie erreicht hätte? Wo ist die Ernsthaftigkeit hin? Zwischen Isabelle Caro und Aufklärungskampagnen des Stern auf der Strecke geblieben. Ich spüre Verrat. Ich spüre Hass. Ich verteufle jeden Menschen auf dieser Erde, der uns bloßgestellt hat, der den, meinen, Schutz gebrochen hat. Ekel. Ich ekel mich, wenn dieses Thema von außen an mich herangetragen wird. Ich kann nicht atmen, es schnürt mir den Brustkorb zu. Es wird heiß. Und rot. Dann schwarz. Dann wieder Hass. Habe ich Verrat schon erwähnt? Ich denke, das ist das Treffendste. Lifestyle auf Instagram, whatsapp Grüppchen, Statusupdates, Snapchat. Spread the world. NEIN, tut es nicht. Aber es ist passiert. Und ich bin orientierungslos. Denn die kleine heilende Welt, gibt es nicht mehr. Was bleibt, ist ein breites Feld, überwacht, kontrolliert, inszeniert. Halbherzigkeit, gar Spaß. Trendy ist es. Hip ist es. Es ist nicht mehr das Gleiche. Früher war alles anders. Für mich besser. Echter. Und nun bin ich auf der Suche nach der Menschlichkeit. Im Zeitalter der Digitalisierung, nach Beständigkeit. Nach einem Ort, an dem kein Krieg gegen uns geführt wird. Nach Ecken, in denen ich noch sein kann. In denen es wirklich noch erlaubt ist, so zu leben wie man möchte. Muss. Oder so, wie es eben ist.Dieser Blog wird so ein Ort werden. Ich werde sein, ich werde teilen. Ich suche euren Schmerz, wie ich euer Glück suche.
26.5.19 00:02
 


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